Philatelie heute

Foyer Landtag – Landhaus Bregenz
6. bis 28. Oktober 2017
Philatelie heute ...

 

… ist ein Spiegel unserer modernen Gesellschaft:
Geiz ist geil und Wollust tummelt sich als Wa(h)re Liebe im Internet und im Nachtprogramm der Privatsender. Was vor wenigen Jahren noch ein schlechtes Gewissen verursachte, scheint zum Gebot der Stunde geworden zu sein: Stolz – Geiz – Neid – Zorn – Wollust – Völlerei – Trägheit. Die in den sieben Todsünden angesprochenen Einstellungen sind in einer Weise gesellschaftsprägend geworden, die nachdenklich macht. Als moderne Tugenden entwickeln sie eine Verführungskraft, die auch heute noch „ums Leben bringen” kann.

 

Mit den Mitteln der Philatelie zeigen die Exponate besondere Aspekte unserer aktuellen Gesellschaft auf: „Man richtet sich’s – die sieben Todsünden“ zeigt die Veränderung der Werte über die Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Die „Sozialgeschichte des Jazz“ erklärt unter anderem, warum ein einziges Musikstück die Printmedien der USA verändern konnte oder ein Jazzfestival das Ende des Stalinismus in Polen bedeutete. Die „Aufklärung 2.0“ stellt Johannes Gutenberg dem Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg gegenüber, „Von den letzten Dingen – Todeskultur und Totenkult“ verweist auf gelebte Traditionen bis heute.

 

Auch Kunst und Wissenschaft haben die Welt verändert: „Io Lionardo – mit den Augen Leonardo da Vincis die Welt neu entdecken“ zeigt das Vermächtnis eines großen Gelehrten und Künstlers auf. „Eine Formel verändert die Welt“ weist auf Albert Einsteins bahnbrechende Forschungen hin, die letztlich auch politisch die Welt verändert haben.

 

Kleine Geschichten rund um unsere Gesellschaft zeigen das Exponat „Das textile Material – ein Jahrhundert des Umbruchs in Mitteleuropa“ und zwei Objekte von den ersten Briefmarken in Österreich und Ungarn. Den besonderen Vorarlbergbezug liefert ein Exponat über die Schiffstaufe in „Fußach“. Eine ausführlichere Präsentation mit dem Titel „Probleme mit Postkarten im Internationalen Verkehr“ rundet diesen Einblick in die Zeitgeschichte ab.

 

Das wird zu sehen sein:

Franz Zehenter
Aufklärung 2.0
Aufklärung, also selbst zu denken, ist integraler Bestandteil unserer westlichen Kultur geworden. Damit einher geht die schleichende Übernahme der Systemstelle von Gott durch die Marktwirtschaft. Der Glaube verlagert sich. Doch nicht jedes Mitglied einer aufgeklärten Gesellschaft ist ebenfalls aufgeklärt. Es scheint im Wesen der Kultur zu liegen, dass die meisten Menschen sie zwar tragen, weitaus weniger jedoch über sie, und damit über die Grundlagen der Gemeinschaft in der sie leben, nachdenken. Eine neue Aufklärung wurde notwendig. Und diese findet in verschiedenen Netzwerken statt, die bekanntesten sind die Social Media Networks.
6 Rahmen

 

Franz Zehenter
Man richtet sich's - die sieben Todsünden
Geiz ist geil und Wollust tummelt sich als Wa(h)re Liebe im Internet und im Nachtprogramm der Privatsender. Was vor wenigen Jahren noch ein schlechtes Gewissen verursachte, scheint zum Gebot der Stunde geworden zu sein: Stolz – Geiz – Neid – Zorn – Wollust – Völlerei – Trägheit. Die in den sieben Todsünden angesprochenen Einstellungen sind in einer Weise gesellschaftsprägend geworden, die nachdenklich macht. Als moderne Tugenden entwickeln sie eine Verführungskraft, die auch heute noch “ums Leben bringen” kann.
6 Rahmen

 

Franz Zehenter
Sozialgeschichte des Jazz
Der Jazz hat viele Gesichter, viele Ursachen und viele Väter. Von der Sklaverei zum amerikanischen Traum bis hin zur Weltgeschichte mit zwei Weltkriegen und der Entwicklung zur globalen Kommunikation spannt sich der Bogen. Musikalisch bildet die Verwurzelung in den Traditionen gepaart mit kreativer Erneuerung das Spannungsfeld für den Jazz. Jeder Zeitraum brachte eigene Stilrichtungen hervor, charakterisiert werden diese aber meist durch die herausragenden musikalischen Leistungen einzelner Interpreten. Und dennoch bleibt diese Musik für einen großen Teil der Menschheit emotional und intellektuell unverständlich. Dabei könnten wir hier eine Kultur erfahren, die nicht so schnell wieder loslässt, ja manchmal gar zur Sucht werden kann …
8 Rahmen

 

Eva Zehenter
Io Lionardo - Durch die Augen Leonardo Da Vincis die Welt neu entdecken
Erfinder und Mittler zwischen der Natur und den Menschen.
Leonardo da Vinci gilt als einer der größten Künstler der Kulturgeschichte, als genialer Wissenschaftler, Naturphilosoph und als der Uomo Universale par excellence. Tun und Erkennen waren für ihn gleichermaßen wichtig. Von sich selber sagte er, dass er die Idee mehr liebe als deren Ausführung, und dass er am Anfang einer Tätigkeit bereits ans Ende dächte.
6 Rahmen

 

Harald Staffler
Eine Formel verändert die Welt
Albert Einstein war ein theoretischer Physiker. Seine Formel - E=mc² - zur Beschreibung der Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie dem Wesen der Gravitation, veränderten maßgeblich das physikalische Weltbild. Er gilt daher als einer der bedeutendsten Physiker aller Zeiten. Er nutzte seine außerordentliche Bekanntheit auch außerhalb der naturwissenschaftlichen Fachwelt bei seinem Einsatz für Völkerverständigung und Frieden. In diesem Zusammenhang verstand er sich selbst als Pazifist, Sozialist und Zionist.
4 Rahmen

 

Eva Zehenter
Das textile Material - Ein Jahrhundert des Umbruchs in Mitteleuropa
Das beeindruckende Wachstum der Textilindustrie im 19. Jahrhundert brachte allgemeinen Wohlstand in Europa. Hundert Jahre zuvor deutete wenig drauf hin: es war eine Welt, in der Frauen und Männer und Kinder sich in Wolle, oder, je nachdem, wo sie lebten und wie reich sie waren, in Pelze, Leinen oder Seide kleideten. In Europa war also eine Welt ohne Baumwolle lange Zeit die Norm - bis Anfang des 19. Jhs. tatkräftige europäische Kapitalbesitzer das Potential der Baumwolle erkannten und rasch eine Industrie darum aufbauten. Postgeschichtlich ist diese Zeit sehr unruhig und wechselhaft: Staatsgrenzen verändern sich, Revolutionen und Kriege sind an der Tagesordnung, Währungen und Gewichte sind unterschiedlich und wechseln mit dem jeweiligen Herrscher; kurz gesagt - Europa ist uneinig. Hohe Zölle erschwerten den Handel mit ausländischen Produkten. Von den Einfuhrabgaben befreit aber sind Warenmuster und –proben von geringem Wert, die lediglich dazu bestimmt sind, Aufträge für Waren entsprechender Art im Hinblick auf deren Einfuhr in das Zollgebiet der Gemeinschaft zu beschaffen. Die Warenprobe muss so hergerichtet sein, dass sie erkennbar nur zum Gebrauch als Muster oder Probe geeignet ist.
1 Rahmen

 

Helmut Schneider
Die erste Briefmarkenausgabe von Österreich 1850
Am 1. Juni 1850 wurde die 1. Österreichische Briefmarkenausgabe herausgegeben. Das Exponat zeigt alle 5 Wertstufen in den verschiedenen Farbvarianten und Typen. Anschließend Unterschiede in Druck und Papierarten und folgend Besonderheiten wie Abklatsche, Wasserzeichen, Andreaskreuze und Balken und Falten. Abgeschlossen wird das Exponat mit unterschiedlichen Stempelformen, die bei dieser Ausgabe verwendet wurden.
1 Rahmen

 

Robert Wightman
Probleme mit Postkarten im internationalen Verkehr
Das Exponat illustriert die Regeln für Postkarten und Probleme bezüglich Größe, vorgeschriebenen Aufschriften, Verbotenes auf der Adress-Seite usw. Es zeigt auch die erste Ganzsache der Welt (New South Wales 1838) und die erste Sonderpostkarte (Bayern 1882).
5 Rahmen

 

Harald Staffler
Die Fußachaffäre
Unter dem Begriff Fußachaffäre (oft auch Fußach 1964) wurde in Österreich eine politische Auseinandersetzung im Jahr 1964 bekannt. Der Name der kleinen Vorarlberger Bodensee-Gemeinde Fußach ist Synonym geworden für einen Skandal, der sich an der Taufe eines Bodenseeschiffes (des späteren Motorschiffes Vorarlberg) entzündete. Der Versuch des Bundesministeriums für Verkehr, das Schiff auf den Namen des ehemaligen Bundespräsidenten Karl Renner zu taufen, wurde von großen Teilen der Vorarlberger Bevölkerung als Provokation empfunden. Der auch durch Vorarlberger Medien geschürte Ärger darüber entlud sich anlässlich der Schiffstaufe am 21. November 1964 in gewaltsamen Protesten in der Fußacher Werft. Die Vorkommnisse in Fußach sind seither zum Sinnbild des Widerstands gegen zentralistische Bestrebungen der österreichischen Bundespolitik geworden und werden in Föderalismus-Diskussionen bis heute immer wieder referenziert.
3 Rahmen

 

Helmut Schneider
Königreich Ungarn von 1850 bis zur Einführung ungarischer Briefmarken
Bis zur Ausgabe ungarischer Briefmarken im Jahr 1871 wurden in Ungarn österreichische Briefmarken verwendet. In diesem Exponat wird im ersten Teil die Verwendung österreichischer Marken in Ungarn gezeigt und anschließend wird besonders die erste Ausgabe Ungarns erklärt. Sie erschien zuerst in Steindruck und danach in Kupferdruck mit zahlreichen Farbvarianten, die dargestellt werden.
1 Rahmen

 

Georg Friebe
Von den letzten Dingen — Todeskultur und Totenkult
Mahnende Erinnerung an den Verfall jeglichen Lebens und der Wunsch nach Unsterblichkeit prägen unseren Umgang mit dem Tod. Die Frage nach den "Danach" sucht die Religion zu beantworten: Sterben und Totenverehrung wurden von ihr ritualisiert. Doch letztendlich ist nur eines gewiss: Im Tod sind alle gleich, und niemand wird verschont.
5 Rahmen

 

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